Landungsbrücke Uetze

Landungsbrücke Uetze

Gestern Shingal - heute Rojava


Großes Interesse für Veranstaltung der Landungsbrücke zur Lage in kurdischen Gebieten.

 

Der gemeinnützige Verein Landungsbrücke aus Uetze hatte in den Saal der Paulusgemeinde geladen. Fast 80 Besucher*innen kamen und folgten dem Bericht des freiberuflichen Journalisten Holger Geisler aus Bielefeld. Die in Burgdorf ansässige ezische Dichterin Sebra Xalti sorgte für die Übersetzung und stellte zum Abschluss eines ihrer eigenen Gedichte vor.

 

Holger Geisler hatte sich bei den ersten Nachrichten über den Fall von Mossul und kurze Zeit später den Genozid des IS an den Eziden 2014 spontan entschieden, seine bisherige Tätigkeit als Unternehmer an den Nagel zu hängen und war in die Region gereist, um zu helfen. Anschaulich und sehr einfühlsam berichtete er über die Geschehnisse. Ein Film zeigte im Zeitraffer die Folgen des brutalen Angriffs des IS. 

 

2015 und 2016 verbrachte Holger Geisler mehr als sechs Monate in verschiedenen Flüchtlingslagern der EU. Besonders die Situation im griechischen Camp Petra ging ihm nahe. Er bezeichnete die Zustände in den Lagern als das was sie sind: unmenschlich und der EU nicht würdig. Selbst im Irak sei die Situation der Flüchtlinge menschenwürdiger als in den europäischen Lagern. Er zeigte Fotos von kleinen Campingzelten, in denen statt 2 Personen 6 Personen überwintern mussten. Der Boden schlammig, sechs Dixi-Klos für ca. 1000 Flüchtlinge und nur wenige Duschen. 

 

Für die anwesenden Geflüchteten waren seine Schilderungen und die damit verbundenen Erinnerungen nur schwer zu ertragen. Die hiesigen Zuhörer*innen waren ebenfalls tief berührt von den Ausführungen des Augenzeugen.

Die Veranstalterinnen waren über den Besuch sehr zufrieden. Regelrecht glücklich waren sie jedoch darüber, dass ihr Konzept aufging: nach dem Vortrag fanden intensive Gespräche beim Verzehr köstlicher kurdischer Spezialitäten statt, die die Frauen des Nachbarschaftstreffs zubereitet hatten. Für die Unterstützung der Paulusgemeinde, der Diakonie und des Nachbarschaftstreffs wird ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.